#BigData: Wie werden große Datenmengen die Struktur und Strategie Ihrer Organisation verändern: Teil 2 @nilanp

In Data & Analytics by Harriet RowlingLeave a Comment

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Big Data im Geschäft: Dies ist der zweite Teil eines Interviews mit Nilan Peiris, dem Marketingtechnologieleiter bei HolidayExtras. Letzte Woche sprach er mit uns über seine Ansichten bezüglich der Art und Weise, wie große Datenmengen die Geschäftsstrategie und -struktur maßgebend verändern werden. Um den ersten Teil des Interviews zu sehen, klicken Sie hier. Wenn nicht, lesen Sie weiter, um mehr von Nilans Ansichten zu erfahren, darunter auch seine Vorhersagen für Big Data im Jahr 2012.

Sie erwähnten den Abriss hermetisch abgeriegelter Datenmodelle. Ist das ein Problem der Geschäftsleitung oder der Technik?

Das ist eine wirklich gute Frage. Ich habe noch keine Lösung dafür in Unternehmen mit einem IT-Team von 40.000 Mitarbeitern oder einer Belegschaft von einer Million gesehen. Daher kann ich darüber nur aus meiner eigenen Erfahrung mit einem Team aus 150 Mitarbeitern sprechen. Wir haben mehrere Berichtswege zu unserem Vorstand, was bedeutet, dass der geeignetste Geschäftsführer für die richtige Aufgabe ausgewählt wird. Dies gewährleistet, dass das Verkaufsteam z. B. anstatt seine eigene technische Lösung für die Verwaltung von Rabatten finden zu müssen, direkt mit dem technischen Leiter und den technischen Teams dafür zusammenarbeiten kann. Um dies zu erreichen, muss ein hohes Maß an Vertrauen und Verständnis des gemeinsamen Plans vorhanden sein sowie ein hohes Maß an Ressourcen, in die Sie bereit sein müssen, intern zu investieren.

Da eine Menge an Analytiktechnologien auf dem Markt noch neu ist, wie wichtig ist es, Ihrem Vorstands-und Managementteam zu beweisen, dass die Investitionen Erträge einbringen?

Ich glaube nicht wirklich an Erträge aus Investitionen in ein Werkzeug. Ich habe Projekte am Laufen, die mehr als £ 100.000 einbringen und wenn dies nicht der Fall ist, dann gibt es auf diesem Niveau einen Schwellwert als Hürde. Ich bin bereit, zu investieren und Kosten zu senken, um Ideen auszutesten, die mit meiner Strategie einhergehen. Aber ich glaube nicht daran, viel Zeit darin zu investieren, herauszufinden, was lohnenswert ist, bevor man es unterschreibt und damit anfängt.

Können kleine und mittelständische Unternehmen von Big Data wirklich genauso profitieren wie die großen multinationalen Konzerne?

Ich würde es infrage stellen, ob große Organisationen Big Data auch tatsächlich nutzen. Die zwei größten Chancen für mich in Bezug auf große Datenmengen sind Kundengewinnung und Monetarisierung/Konvertierung. Was ich damit meine, ist: Wie viele Reiseunternehmen da draußen schauen sich an, was auf Twitter und Facebook-Profilen veröffentlicht wird, um herauszufinden, wo ihre nächsten Trends liegen? Wie viele Unternehmen bauen Umweltsysteme rund um den Datenverkehr auf und verkaufen sie an Zielkäufer weiter? Keine! Es gibt ein paar Wenige, die anfangen, ihren Zeh ins Wasser zu tauchen, aber es gibt keine wirkliche Zugkraft auf dem Markt. Der nächste Bereich ist, Kunden zu monetarisieren. Wir sind immer noch in einer Ära, in der Unternehmen an ihren E-Mail-Adressen und Ihrer gesamten Kundenhistorie festhalten und versuchen, daraus einen lebenslangen Kundennutzen zu ziehen. Das ist wirklich interessant, aber alle diese Daten sind da draußen im Internet in einem der Profile in den sozialen Netzwerken des Kunden vorhanden. Wie gut haben Sie dies verstanden, sodass es Ihnen hilft, herauszufinden, welches Produkt Sie diesem Kunden beim nächsten Anruf verkaufen können. Ich sehe darin eine reelle Chance für Wachstum und ich sehe nicht, dass jemand dies ausreichend verfolgt.

Meinen Sie, dass wir uns auf eine Welt zubewegen, in der die gemeinsame Nutzung von Daten zwischen Organisationen eine gute Möglichkeit sein wird, sich gegenseitig im Wachstum zu unterstützen?

Ich arbeite im Moment an einem vertraulichen, aber spannenden Projekt, bei dem wir begonnen haben, dies innerhalb der Reisebranche zu erforschen. Ich kann es nicht beim Namen nennen, aber ich kann über die Natur des Projekts sprechen. Es geht um den Austausch von Kundendaten, damit wir unseren Partnern im Geschäft helfen können. Ich finde, die größte Herausforderung dabei sind die eingeschränkt denkenden Marketingleiter, die ihre Rolle an der Menge Ihrer Kundendaten festlegen, und die Verkaufsleiter und Hauptgeschäftsführer lassen sich hier wirklich Chancen entgehen, wenn Sie die Mauern um ihre Daten nicht abbauen, um somit ihren Gewinn zu steigern, und sich darauf zu konzentrieren, was für das Geschäft wichtig ist. So sehe ich große kulturelle Barrieren, ich sehe riesige bestehende Hindernisse um den Status quo im Augenblick und die Unternehmen haben Mauern um ihre Daten gebaut. Ich sehe großen Wert darin, diese abzubauen. Aber ich bin nicht sicher, wann das geschehen wird.

Ist es auch der Fall, dass Kunden nicht möchten, dass Organisationen Daten, die sie ihnen anvertraut haben, mit anderen austauschen?

Ich bin der Meinung, dass in 10-15 Jahren Privatsphäre etwas sein wird, zu dem uns unsere Kinder ansehen und fragen werden:  “Was war das denn?” Wenn Sie sich die nächste Generation jetzt ansehen, werden Sie feststellen, mit welcher Leichtigkeit und welchem Behagen sie Informationen im Internet teilen und veröffentlichen. Sie kümmern sich nicht wirklich darum, wie diese für Werbung, Targeting und Re-Targeting verwendet werden. Es gibt natürlich einen schwarz-weiß Kontrast zwischen dem hier und Ihren medizinischen Unterlagen sowie Kreditkarteninformationen. Das sind offensichtlich sensible Daten und sollten auch weiterhin so behandelt werden. Aber im Bezug auf das soziale Profil und wie Unternehmen es nutzen können, um nützlicher für die Kunden zu werden, hoffe ich, dass wir uns in eine Richtung bewegen, in der Menschen sich dabei wohler fühlen werden, diese Informationen zu mitzuteilen und den Wert dieser Informationen für Unternehmen zu verstehen, sodass diese ihnen auch von Nutzen sein können.

Was wird das Jahr 2012 für Big Data bringen?

Meine drei großen Plattformen bezüglich Big Data sind: die Infrastrukturschicht, die Aggregationsschicht und die Analytikschicht. Keine dieser Schichten hat die Stufe der Kommerzialisierung als allgemeines Wirtschaftsgut erreicht, nur wenige wurden bisher vermarktet. Man sieht zunehmend, wie die Umwandlung der Infrastrukturschicht in ein Commodity-Produkt bei Spielern wie Amazon und Google das große Problem der Speicherung dieser Daten auf Festplatten mindert. Bezüglich der Aggregationsschicht, glaube ich, werden Sie sehen, wie das allererste Unternehmen tatsächlich demonstrieren wird, wie Sie diese riesigen gespeicherten Daten nutzen und sie mit Ihren vorhandenen Datensätzen oder anderen Datenströmen vereinen können. Ich denke, dass Unternehmen wie DataSift mit Produkten, die Kunden dies ermöglichen, auf den Markt gehen werden, aber sie sind wirklich die allerersten Innovatoren auf diesem Gebiet. In der Analytik wird es eine Menge Lärm geben, wenn Leute anfangen zu sagen, was sie getan haben, nachdem sie es gemacht haben. Es wird keine Entwicklung bezüglich einer schlüsselfertigen Lösung zur Kundengewinnung geben. Ich denke, dass dies noch in ferner Zukunft liegt.

 

Arbeiten Sie in einem großen Konzern oder einem KMU? Was bedeutet Big Data für Ihre interne Organisation und was sind Ihre Erwartungen für Big Data im Jahr 2012?

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