#BigData und Social Media: Geistige Verwandtschaft statt blinder Vernetzung

In Data & Analytics by Harriet RowlingLeave a Comment

Big Data, Deutsch, Facebook, Social Media

Im Bezug auf das BigData-Phänomen werden Unternehmen mit diversen praktischen und ideologischen Herausforderungen konfrontiert. Da gibt es beispielsweise das Problem der Logistik – wie man die Daten erfasst und analysiert. Diese Fragestellungen habe ich schon in früheren Blogs angeschnitten und ich werde in späteren Blogs auf sie zurückkommen.

Bevor wir uns darum kümmen, „WIE" wir mit den großen Datenmengen umgehen, müssen wir uns erst einmal das „WARUM" überlegen. Was wollen wir mit diesen Daten eigentlich machen? Welcher Nutzen steckt dahinter? Kurz um – warum brauchen wir sie?

Dank des Internets und insbesondere der Explosion von Social Media sind wir mit aber Tausenden Personen weltweit vernetzt – und es werden ständig mehr. Laut meines Xing-Profils bin ich direkt oder indirekt mit 1.809.266 Personen verbunden! Und dies ist noch verhältnismäßig wenig!

Da ergibt sich die Frage: Mit wie vielen von diesen Leuten bin ich eigentlich wirklich verbunden? Wie viele von ihnen kennen mich? Wie viele wissen, was ich mag oder nicht mag, und was meine Lieblingsfarbe ist? Was sind meine Wünsche und Ziele – mal von denen abgesehen, die ich aus der von Xing vorgegebenen Liste ausgewählt habe? Und was weiß ich von diesen Personen? In den meisten Fällen nicht einmal den Namen!

Ich glaube, ich habe mir einen Virus eingefangen: Social-Media-Müdigkeit. Viele, die am Anfang des Social-Media-Phänomens schnell zu verrückten Fans von Facebook, LinkedIN, Xing und studiVZ wurden, sind jetzt genau so schnell wieder desillusioniert. Denn wir haben gemerkt, dass die sozialen Medien, zumindest im privaten Bereich, unser Leben doch nicht nicht so sehr bereichen, wie erwartet.

Dies hat man erkannt und mittlerweile befinden sich die Social Media im Wandel. In der Marketingwelt setzt sich das Konzept der „Community" immer mehr durch: Dies wird deutlich beispielsweise an der stetig wachsenden Anzahl der Gruppen bei Xing oder LinkedIn.

Der Bogen zu Big Data lässt sich nun ganz offensichtlich spannen, denn dieser Community-Ansatz bietet ungeahnte Möglichkeiten für Customer Relationship Management und Kundenbindung. Bonuskartenprojekte (siehe auch Blogeintrag von letztem Dienstag) ermöglichen es zwar, ein Profil der Kaufgewohnheiten von Kunden zu erstellen, aber Social-Media-Profile bieten uns die Gelegenheit an, eine menschlicheres Bild unserer Kunden zu zeichnen – und zwar beruhend auf mehr Kriterien als die Milchsorte, die sie kaufen.

Die Social Media zwingen Unternehmen also dazu, ihre Kundenbewertung neu zu definieren. Denn Kunden sind mehr als nur Käufer von Produkten. Sie haben ein eigennütziges Interesse am Erfolg des Unternehmens. Sie sind also wichtige Stakeholder und haben somit ein Forum verdient, wo sie ihre Meinung, sowohl lobend und kritisch, ausdrücken und austauschen können. Wo kann man dies besser machen, als in Social Media?

Dieser Ansatz hat viele Vorteile. Das Unternehmen hat Zugriff auf das ganze Spektrum von Kundendaten, um eine optimal abgestimmte Marketingstrategie zu entwickeln und zu verfolgen, während die Kunden das Gefühl haben, dass man Ihnen zuhört und sie ernst nimmt.

Sobald sich ein Unternehmen entschlossen hat, in einen Dialog mit seinen Kunden einzutreten und eine Kunden-Community aufzubauen, kann es sich dann um den technischen und, noch wichtiger, den rechtlichen Rahmen kümmern – d.h. das „WIE".
 
Nutzen Sie Social Media bereits um Ihre Kunden-Community auszubauen? Wie gehen Sie mit dem Thema Datenschutz um?

Wir freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte!

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